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Fakten zur Plastikverschmutzung

Plastikverschmutzung ist eine der sichtbarsten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Wenn Kunststoffabfälle nicht sachgerecht entsorgt werden und in die Natur gelangen, können sie dort Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte verbleiben, Lebensräume schädigen, Tiere gefährden und Ökosysteme beeinträchtigen.

Eine 2024 in Nature veröffentlichte Studie schätzt, dass jedes Jahr rund 52 Millionen Tonnen Makroplastik-Abfälle in die unkontrollierte Umwelt gelangen. Basierend auf Daten aus mehr als 50'000 Gemeinden weltweit zeigt die Studie, dass insbesondere eine unzureichende Abfallsammlung und unkontrollierte Entsorgung wesentliche Treiber der globalen Plastikverschmutzung sind.

Besonders besorgniserregend sind die Auswirkungen der Plastikverschmutzung in den Ozeanen. Jedes Jahr gelangen schätzungsweise 19–23 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle in aquatische Ökosysteme und verschmutzen Flüsse, Seen und Meere. Kunststoff ist zudem der grösste, schädlichste und langlebigste Bestandteil von Meeresmüll und macht mindestens 85 % der Abfälle im Meer aus, wie eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigt (UNEP, From Pollution to Solution: A Global Assessment of Marine Litter and Plastic Pollution).

Und das Problem der Plastikverschmutzung nimmt weiter zu, wie die OECD 2022 zeigte: Die weltweite Kunststoffproduktion stieg von 234 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 460 Millionen Tonnen im Jahr 2019, während sich die jährlich anfallende Menge an Kunststoffabfällen im selben Zeitraum von 156 Millionen auf 353 Millionen Tonnen mehr als verdoppelte.

Die Kunststoffwirtschaft ist noch weit von einer Kreislaufwirtschaft entfernt

Trotz des wachsenden Bewusstseins für Kunststoffabfälle und Plastikverschmutzung gelangt nur ein kleiner Teil der Kunststoffabfälle durch Recycling zurück in den Wirtschaftskreislauf.

Nach Angaben der OECD wurden 2019 nur 9 % der weltweiten Kunststoffabfälle tatsächlich recycelt. Fast 50 % landeten auf kontrollierten Deponien, 19 % wurden verbrannt, während die verbleibenden 22 % nicht sachgerecht entsorgt wurden – etwa auf unkontrollierten Deponien oder durch offene Verbrennung – oder in die Umwelt gelangten.

Kunststoffverpackungsabfälle verdeutlichen die wirtschaftlichen Folgen dieses linearen Modells. Die Ellen MacArthur Foundation schätzt, dass weltweit nur etwa 14 % der Kunststoffverpackungen für das Recycling gesammelt werden. Gleichzeitig gehen rund 95 % des Materialwerts von Kunststoffverpackungen – im Wert von jährlich 80–120 Milliarden US-Dollar – nach einer kurzen ersten Nutzungsphase für die Wirtschaft verloren.

Von einer linearen zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft

Die traditionelle lineare Wirtschaft folgt einem einfachen Muster: Ressourcen werden gewonnen, zu Produkten verarbeitet und schliesslich als Abfall entsorgt. Bei Kunststoffen ist dieses «Take-Make-Dispose»-Modell besonders problematisch, da viele Kunststoffprodukte eine vergleichsweise kurze Lebensdauer haben, während das Material selbst sehr lange in der Umwelt verbleiben kann.

Kurzlebige Anwendungen wie Verpackungen, Konsumgüter und Textilien machen einen grossen Anteil der Kunststoffabfälle aus. Dennoch spielen recycelte Materialien in der weltweiten Kunststoffproduktion weiterhin nur eine geringe Rolle: Sekundärkunststoffe machten 2019 lediglich 6 % des gesamten Kunststoffverbrauchs aus (Quelle: OECD).

Ohne zusätzliche Massnahmen könnte sich diese Lücke erheblich vergrössern. Bei Fortführung der aktuellen Politik prognostiziert die OECD, dass sich das weltweite Aufkommen an Kunststoffabfällen von 353 Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf mehr als eine Milliarde Tonnen pro Jahr bis 2060 nahezu verdreifachen könnte.

Eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe soll dieses Muster durchbrechen, indem Materialien so lange wie möglich im Kreislauf gehalten werden. Dazu gehören die Reduktion unnötiger Kunststoffanwendungen, die kreislauffähige Gestaltung von Produkten und Verpackungen, der Ausbau von Mehrweg- und Wiederverwendungssystemen, eine bessere Sammlung und ein besseres Recycling sowie der verstärkte Einsatz von recyceltem Kunststoff in neuen Produkten.

Der Übergang von einer linearen zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft ist deshalb ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen die Plastikverschmutzung: Anstatt gebrauchten Kunststoff einfach als Abfall zu betrachten, können bestehende Materialien zu einer Ressource für neue Produkte werden.

Woher kommt die Plastikverschmutzung der Ozeane?

Plastikverschmutzung im Meer entsteht nicht nur auf See. Häufig von internationalen Organisationen zitierte Schätzungen (IUCN, The Plastic Pollution Crisis) gehen davon aus, dass rund 80 % der Kunststoffabfälle im Meer aus landbasierten Quellen stammen. Der Rest stammt aus meeresbasierten Aktivitäten wie Fischerei, Schifffahrt und Aquakultur.

Deshalb ist es ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen die Plastikverschmutzung der Ozeane, zu verhindern, dass Kunststoffabfälle überhaupt erst in Flüsse und Meere gelangen. Bessere Abfallbewirtschaftung, Sammlung und Recycling können dazu beitragen, Kunststoffe von der Umwelt fernzuhalten und gleichzeitig wertvolle Materialien im Kreislauf zu halten.

Wie wirkt sich Plastikverschmutzung auf das Leben im Meer aus?

Plastikverschmutzung im Meer hat schwerwiegende Folgen für Tiere und marine Ökosysteme. Tiere können sich in Kunststoffabfällen verfangen oder diese mit Nahrung verwechseln. Kunststoffabfälle können zudem Lebensräume schädigen und Nahrungsketten beeinträchtigen.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen berichtet, dass Meeresmüll mehr als 800 Arten schädigt. Kunststoff ist der grösste, schädlichste und langlebigste Bestandteil von Meeresmüll und macht mindestens 85 % der Abfälle im Meer aus.

Eine der bekanntesten Warnungen zum Ausmass der Plastikverschmutzung der Ozeane ist die Prognose, dass sich bis 2050 gewichtsmässig mehr Kunststoff als Fische im Meer befinden könnte. Diese Zahl stammt aus einer Analyse der Ellen MacArthur Foundation aus dem Jahr 2016 und beschreibt ein Business-as-usual-Szenario – keine Vorhersage dessen, was zwangsläufig eintreten wird.

Plastikverschmutzung bekämpfen, bevor sie den Ozean erreicht

Das Ausmass der Herausforderung ist klar. Zu verhindern, dass Kunststoffabfälle in die Umwelt gelangen, die Abfallbewirtschaftung zu verbessern und bestehende Kunststoffe im Kreislauf zu halten, sind entscheidende Schritte zur Verringerung der Plastikverschmutzung.

Die Bekämpfung von ocean-bound plastic ist ein Teil dieser Herausforderung. Es müssen Kunststoffabfälle in Gebieten gesammelt werden, in denen die Gefahr besteht, dass sie ins Meer gelangen. Durch die Verarbeitung zu hochwertigen Recyclingmaterialien kann bestehender Kunststoff zu einer Ressource für neue Produkte werden, anstatt die Umwelt zu verschmutzen.

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